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Seenland-Fachforum:
Umwelttechnik - ”Zukunftsmarkt für Unternehmen?!”

Unter dieser Überschrift wurde am 19.10.2012 in der Gunzenhausener Stadthalle das Seenland Fachformum veranstaltet.

Potentiale bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte im Umfeld von Wasser/Abwasser- und Energietechnologie, speziell als Chance für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), wurden von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Deutlich wurde dabei, dass die Region in diesem Bereich nicht bei Null anfängt, sondern auf vorhandenes KnowHow und das Potential zahlreicher innovationsfreudiger regionaler Unternehmen setzten kann.

Als Nachlese zu der Veranstaltung erschien im Altmühlboten der nachfolgende, lesenswerte Artikel.

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Zeitungsartikel Altmühlbote

Auf dem Markt für Umwelttechnik bestehen

GUNZENHAUSEN (dre) – „Was? Das können die auch?“ Diesen Ausruf des Erstaunens hört Bürgermeister Joachim Federschmidt immer wieder. Erstaunt sind Leute, die es eigentlich wissen sollten, zum Beispiel auch Stadträte, wenn sie zur ihrer Überraschung erfahren, wie leistungsstark und breit aufgestellt die heimischen Firmen sind. Das gilt nicht zuletzt für die Umwelttechnik – ein weites Feld, das nun intensiv in der Stadthalle Gunzenhausen „beackert“ wurde.

Zu dem Fachforum hatten die Stadt, die IHK Nürnberg für Mittelfranken, die Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen und der Umweltcluster Bayern eingeladen. Letzterer ist das Netzwerk der bayerischen Umweltwirtschaft und Wissenschaft. Bürgermeister Federschmidt und Wirtschaftsreferent Andreas Zuber ging es darum, auszuloten, ob und wie kleine und mittlere Unternehmen auf dem Markt für Umwelttechnik, der gerade in den Bereichen Wasser/Abwasser und Energie stark gewachsen ist, erfolgreich agieren können. Der Mittelstand solle nicht „ausgeliefert“ und von anderen abhängig sein, sondern selbst das Heft in die Hand nehmen können.

Das alles müsse vor dem Hintergrund beleuchtet werden, dass Umweltschutz, Energiesparen und Ressourcenschonung in der Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert einnehmen, so Federschmidt. Das Fachforum solle zeigen, was in Sachen Umwelttechnik schon alles in der Region vorhanden sei, nämlich viel, und einen Beitrag zur Vernetzung leisten. Nicht zuletzt sollten persönliche Kontakte geschaffen und vertieft werden, denn sie seien unverzichtbar. Letztlich wolle man eine Plattform schaffen, um gemeinsam erfolgreich zu sein.

„Wie sieht der Markt für Umwelttechnologien aus und welche Chancen bietet er der Region?“ Dieser Frage ging Dr. Robert Schmidt, der Leiter des Geschäftsbereichs Innovation/Umwelt der IHK Nürnberg, nach. Er sprach in Doppelfunktion, denn er ist zugleich Mitglied im Vorstand des bayerischen Umweltclusters. Dieser ist in Form einesTrägervereins organisiert. Wie Schmidt darlegte, bündelt der Umweltcluster die bayerischen Kompetenzen in fünf Bereichen: Trinkwasser- und Abwasseraufbereitung, Abfall und Recycling, Energiegewinnung aus Abfällen und Biomasse, Luftreinhaltung, Ressourceneffizienz.

Cluster, das bedeute ein enges Miteinander von Wirtschaft und Wissenschaft, um Innovationen zu bewirken. Anders ausgedrückt: „1 plus 1 muss deutlich mehr sein als 2.“ Als sich Mittelfranken 1998 ein Leitbild gab, wurden sieben Kompetenzfelder festgelegt. Eines war Energie und Umweltschutz. Was damals definiert wurde, hat sich als sinnvoll erwiesen, schilderte der IHK-Vertreter. Er machte eine Aufteilung in Energiewirtschaft und Umweltwirtschaft. Die Zahl der Umweltfirmen in Mittelfranken gab Schmidt mit 900 an. Hier sei Mittelfranken in der Tat führend in Bayern. Die Musik, was Umwelttechnologie angeht, spiele aber auch im Raum München und in Schwaben. Die Palette bei den „Umweltanbietern“ sei enorm groß. Hier eine Auswahl: Abfallwirtschaft, Lärmminderung, Wasseraufbereitung, Umgang mit Gefahrgut, Naturschutz, Sicherheitstechnik, Umweltmanagement, Klimaschutz. Die IHK gehe bis 2015 von einem teils zweistelligen Umsatzplus aus, ganz vorne stünden hier die umweltfreundlichen Energien.

Das interessierte Publikum hörte von „Top-Technologielinien“. Eine ist die Energieeffizienz. Das sei auch von der Zahl der Beschäftigten her ein ganz großes Thema. Allgemein verstärke sich der Trend, dass die Umweltfirmen mehr und mehr Dienstleistungen übernehmen. Daneben gebe es den Trend, dass man verstärkt ins Ausland gehen müsse. Der Markt bewege sich hin zu spezifischen Lösungen, zum Beispiel Hocheffizienzmotoren oder Abwasserwärmetauscher. 26 Prozent des Stroms in Bayern kommen bereits aus den erneuerbaren Energien. Gerade hier kann Mittelfranken punkten, ist technologisch stark. Robert Schmidt erwartet, dass bei der Windkraft und der Fotovoltaik noch viel Potenzial vorhanden ist. Die mittelfränkischen Anbieter seien bereits stark und müssten mehr denn je Lösungen entwickeln und parat haben, und zwar im In- und Ausland. Das Rennen mache nicht unbedingt das größere Unternehmen, es komme vielmehr auf Schnelligkeit an. Im Verbund mit der „Hochschullandschaft“ ließen sich hier weitere Fortschritte erzielen. Schmidt hob die Bedeutung der Fachhochschulen Ansbach und Triesdorf hervor. Sie hätten dank einiger Studiengänge ein Alleinstellungsmerkmal in Bayern.

Das hörte natürlich der zweite Referent, Professor Dr. Oliver Christ von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, gerne. Er ist in Triesdorf an der Fakultät Umweltingenieurwesen tätig, sein Spezialgebiet ist die Wassertechnologie. In Gunzenhausen stellte er die diversen Studienmöglichkeiten in Triesdorf vor und bezeichnete die Hochschule als Dienstleister für die Region. Die Firmen könnten das gebündelte Wissen, das in Triesdorf vorhanden sei, durchaus noch stärker nutzen. Man leiste fachliche Unterstützung bei Forschungsund Entwicklungsvorhaben, leiste Recherche- und Grundlagenarbeit und betreibe labor-, halb- und großtechnische Anlagen. Nicht zuletzt stehe die Hochschule bereit, wenn es um die Vermittlung von Praktikanten, Bacheloranden und Absolventen gehe. Als Professor für Siedlungswasserbau stellte Christ diesen Themenkomplex besonders heraus. Die Herausforderungen seien enorm, wenn man bedenke, dass zweieinhalb Milliarden Menschen über keine sanitäre Versogung verfügten. In Deutschland sei es vonnöten, die bessere Nutzung von Energie zu erreichen. Beispielsweise seien die Kläranlagen wahre Stromfresser. Sie benötigen 50 bis 60 Prozent des kommunalen Stromverbrauchs. Als zweite Aufgabe nannte der Hochschullehrer die Nutzung der Abwasserwärme. Das Wasser, das aus dem Brausekopf der Dusche kommt, ist warm, und es ist immer noch warm, wenn es in die Kanalisation fließt. Hier sei man über die Forschung hinaus, es gebe bereits Anlagen, die einwandfrei funktionierten.

Firmen stellten sich vor

Der zweite Teil des Fachforums widmete sich ganz der praktischen Seite. Firmen aus dem Stadtgebiet informierten über ihre Umweltkompetenz. Die RF Plast GmbH ist ein bekanntes mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Gunzenhausen. Ihr Metier und ihre Stärke ist die Kunststoffverarbeitung.

Ebenfalls in Gunzenhausen vertreten ist die SAR Electronic GmbH. Sie hat sich spezialisiert auf innovative Automatisierungs- und intelligente Informationstechnologie für fast alle Branchen. Die Hering AG produziert weltweit für namhafte Hersteller unter anderem in den Branchen Chemie und Lebensmitteltechnik. Sie versteht sich als ein führendes Unternehmen bei der Entwicklung und Fertigung von Wärmetauschern.

Die Bosch Industriekessel GmbH ist europa-, ja weltweit ein Begriff, nicht zuletzt dank der langjährigen Erfolge der Vorgängerfirma Loos. Bei Dampfkesseln, Heißwasserkesseln und Abhitzesystemen hat man eine starke Marktstellung. Die Heizomat-Gerätebau- und Energiesysteme-Gmb H mit Sitz in Maicha hat sich als Hersteller von Hackschnitzelkesseln, Biomassekesseln und Holzhackmaschinen einen Namen gemacht. Inzwischen ist sie in 26 Ländern vertreten.

Die Rudolf Ernst Gmb H & Co. KG (Aha) kann vielfältige Dienstleistungs- und Entsorgungskonzepte im Bereich Abfallwirtschaft anbieten. Sie ist längst über Mittelfranken hinausgewachsen, kann sogar ganze Industrie-Demontagen realisieren. Die Baader Konzept Gmb H ist ein Planungs- und Consulting-Unternehmen. Sie ist in der Umwelt, Landschaftsund Raumplanung tätig. Einer von sechs Standorten ist in Gunzenhausen. Die KP Ingenieurgesellschaft für Wasser und Boden mbH besteht aus einem Team von Geografen, Bau- und Umweltingenieuren und Geotechnikern. Wenn es um die Untersuchung des Bodens geht, etwa vor einem größeren Bauprojekt, kann KP das gesamte Spektrum an Lösungen anbieten.

Copyright (c)2012 Verlag Nuernberger Presse, Ausgabe 25.10.2012

 
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